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Crowdfunding-Plattform Ideenwald: Geschäftsideen von der Gemeinschaft finanzieren lassen

(Foto: Pixabay)

Mehrere Gründerbüros in Rheinland-Pfalz und im Saarland haben eine Crowdfunding-Plattform eingerichtet. Diese soll es regionalen Unternehmensgründerinnen und -gründern ermöglichen, ihre Ideen zu finanzieren und zu verwirklichen.

Anlass und Zielsetzung

Ein Unverpackt-Laden möchte einen Lieferservice einrichten und sucht dafür noch Investoren. Im Pfälzerwald möchte ein Hof eine Kläranlage auf Pflanzenbasis bauen, benötigt aber eine Anschubfinanzierung. Für ein integratives Theaterprojekt in Bad Sobernheim wird finanzielle Unterstützung gesucht. Es schlummern viele solcher Ideen im ländlichen Raum. Die erfolgreiche Umsetzung hängt jedoch immer von der Finanzierung ab. Es ist nicht leicht, Investoren für solch „kleine“ Ideen zu finden. Doch was passiert, wenn man eine große Zahl an Unterstützern gewinnen kann? Die Plattform IDEENWALD macht sich die sogenannte Crowd zunutze.

Über die Finanzierungshilfe hinaus funktioniert eine Crowdfunding-Kampagne auch wie eine Bewährungsprobe: Wenn die Idee so viel Anklang findet, dass sie ihr Finanzierungsziel erreicht, wissen die Projektstarter, dass ihre Idee überzeugend ist und Anklang findet. Und nicht zuletzt kommt die Umsetzung einer (kommerziellen) Idee der kommunalen Wirtschaft zugute.

Vorgehensweise

Initiiert wurde das IDEENWALD-Crowdfunding vom Gründungsbüro Technische Universität und Hochschule Kaiserslautern, um Studierenden, Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Hochschulen die Verwirklichung ihrer Ideen zu ermöglichen. Gemeinsam mit weiteren Gründungsbüros aus Rheinland-Pfalz und dem Saarland wurde eine regionale Plattform eingerichtet. Genutzt wird dafür Startnext, die größte Crowdfunding-Plattform im deutschsprachigen Raum.

Workshops, die vom Gründerbüro Kaiserslautern in Koblenz, Kaiserslautern, Saarbrücken, Trier und Mainz angeboten werden, bereiten Interessierte auf eigene Kampagnen vor. Projektstarter können sich mit ihrer Idee direkt an die Macher wenden (kontakt@ideenwald-crowdfunding.de).

Auf der Plattform wird die ausgereifte Idee mit Fotos oder Videos und einem Projektsteckbrief vorgestellt. Dazu gehören kurze Angaben zu Inhalt, Ziel, Zielgruppe und Initiatoren der Idee. Wichtig ist auch die Erläuterung, was mit dem gespendeten Geld genau passiert.

Überzeugte Unterstützer können dann einen Geldbetrag angeben, den sie spenden möchten. Der Betrag kann aber auch gegen „Dankeschöns“ eingelöst werden. Als Dankeschön wird allerlei angeboten. Das können je nach Projekt zum Beispiel Käse, eine geführte Wildkräuterwanderung, ein Kochkurs, Patenschaften oder bedruckte Stoffbeutel sein. Projektunterstützer können ihren Beitrag per Lastschrift, Kreditkarte, Vorkasse oder Sofortüberweisung zahlen. Wird das Finanzierungsziel nicht erreicht, erhalten sie ihr Geld zurück.

Ergebnisse

Bis Ende November 2018 wurden Projekte auf der IDEENWALD-Plattform mit 255.000 Euro unterstützt. Die Plattform umfasst rund 2000 Fans, welche die Ideenkampagnen pushen können, und es gibt mehr als 4100 Unterstützerinnen und Unterstützer, die bereits gespendet haben. Die Crowd ist also groß und somit auch das Potenzial für neue Projekte, die eigene Zielgruppe zu erreichen. Rund 80 Projekte versuchten bis dato ihr Glück mit der Crowd.

  • Projektlaufzeit: Seit Mai 2017
  • Homepage: www.ideenwald-crowdfunding.de
  • Ansprechpartner: Bernhard Lorig, Gründungsbüro Technische Universität und Hochschule Kaiserslautern, Paul-Ehrlich-Straße, Gebäude 32, 67663 Kaiserslautern, Telefon 0631 205 28 33, E-Mail-Adresse lorig@gruendungsbuero.info

Der Beitrag ist erstmals erschienen im Buch „#landleben – Digital leben auf dem Land“. Sie können es hier als PDF herunterladen.

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