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Digitale Nachbarn: Wie Digitalisierung bei Einsamkeit im Alter hilft

Amazon Echo im Einsatz. (Foto: Unsplash)

Digitalisierung ermöglicht älteren Menschen (wieder) mehr soziale Teilhabe. Sprachassistenten wie Amazons Alexa oder Google Home sind in aller Munde. In der Südwestpfalz werden sie jetzt eingesetzt, damit Seniorinnen und Senio-ren am sozialen Leben in ihrem Viertel leichter teilnehmen können.

Anlass und Zielsetzung

Amazon Echo im Einsatz. (Foto: Unsplash)
Amazon Echo im Einsatz. (Foto: Unsplash)

„Wann wird mein Müll geleert? Ich kann mir das einfach nicht merken – ich werde ja doch auch nicht jünger. Wann ist noch mal die Häkelstunde im Quartierstreff? Ach, Herr Fischer wird mich sicher daran erinnern. Vielleicht ist ja auch wieder Frau Schneider da, sie hat mir beim letzten Mal so nette Bilder ihrer Enkel gezeigt. Apropos Enkel. Mara hat sich lange nicht gemeldet. Ich sage Alexa nachher mal, dass ich ihr eine Nachricht schicken will, ich weiß schon gar nicht mehr, wie sie aussieht.“

So oder so ähnlich könnte ein Szenario im Modellprojekt „Digitale Nachbarn“ aussehen. Älteren Menschen soll es erleichtert werden, am sozialen Leben teil-zunehmen.

Vorgehensweise

In Zweibrücken, genauer im Stadtteil Ixheim, wird in den nächsten zwei Jahren ein Kommunikationsnetzwerk aufgebaut. Eine Gruppe Seniorinnen und Senioren testet dazu digitale Video-Sprachassistenten und wird regelmäßig von Ehrenamtlichen mit redaktionellen Angeboten versorgt. Über die digitalen Sprachassistenten werden zum Beispiel Informationsangebote mit lokalem Bezug, wie Wetter, Öffnungszeiten, Nahverkehr oder Müllabfuhr, angeboten. Den teilnehmenden Seniorinnen und Senioren werden aber auch über die Sprachassistenten weitergehende Angebote unterbreitet, zum Beispiel moderierte Kaffeerunden oder Gymnastikstunden.

Zudem können die Nutzerinnen und Nutzer die Geräte zur Videotelefonie mit ihren Angehörigen nutzen. Ergänzend dazu können sie sich auch ganz analog treffen. Als Anlaufstelle dafür dient der etablierte Quartierstreff des Deut-schen Roten Kreuzes.

Ergebnisse

Forschungsfrage im Projekt ist, wie sich der Aufbau eines Kommunikationsnetzwerkes auf das Kommunikationsverhalten älterer Menschen auswirkt. Die Ergebnisse des Modellprojektes werden nach dem Abschluss der Testphase im Dezember 2020 vorgestellt.

Projektlaufzeit

Ende 2018 bis voraussichtlich 2021.

Homepage: www.digitale-nachbarn.de

Ansprechpartnerin: Susanne Gill, Entwicklungsagentur Rheinland-Pfalz e. V. Adolf-Kolping-Straße 4, 55116 Mainz 06131 490 82 43, gill@ea-rlp.de


Der Beitrag ist erstmals erschienen im Buch „#landleben – Digital leben auf dem Land“. Sie können es hier als PDF herunterladen.