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Münsterhack (Nordrhein-Westfalen): Gemeinsam programmieren für die Gemeinde

Beim MÜNSTERHACK entstand dies Karte. (Screenshot: EA)

Beim jährlichen Münsterhack trifft sich die Tech-Szene in Münster und entwickelt gemeinsam digitale Lösungen, um die Stadt noch lebenswerter zu machen. Dabei entstandene, prämierte Ideen werden weiterentwickelt und genutzt, so zum Beispiel das Familiendashboard „MEIN-MS.DE“.

Beim MÜNSTERHACK entstand dies Karte. (Screenshot: EA)
Beim MÜNSTERHACK entstand dies Karte. (Screenshot: EA)

Anlass und Zielsetzung

Gibt es in der Stadt genügend digitale Expertise? Wie können wir sie mobilisieren, um die Zukunft der Stadt mitzugestalten? Diese Frage stellte sich Münster. Entstanden ist der jährliche Hackathon in Münster, um die digitale Stadtentwicklung voranzutreiben – der Münsterhack.

Vorgehensweise

Zahlreiche Unternehmen, Hochschulen und Institutionen der Stadt Münster nehmen am Münsterhack teil. Der Entwickler-Marathon findet an zwei aufeinanderfolgenden Tagen im Jahr statt. Teilnehmen können alle Software-Entwickler und Programmierer, Data Scientists und Informatik-Studenten der Stadt Münster und Umgebung. Auch sogenannte Stadt-Visionäre sind willkommen – also Menschen, die Ideen für Münster haben und offen sind für neueste Technologien.

Als Unterstützung für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer stellen die Stadt Münster, die Stadtwerke Münster und der Veranstaltungspartner, die Unternehmensgruppe Aschendorff, verschiedene lokale Datensätze zur Verfügung. Dazu gehören unter anderem Bodenrichtwerte, die Entsorgungskalender der Abfallbetriebe, die Soll- und Ist-Fahrpläne des ÖPNV, Daten zu den Kindertagesstätten, zum Liegenschaftskataster und zu öffentlichen Toiletten. Auch das Open Data-Portal von open.nrw und das Geoportal NRW stehen zur Nutzung bereit. Inhaltliche Unterstützung bieten die Mentoren – 2018 waren es zwölf, 2017 elf Mentoren. Sie bringen viel Erfahrung und Wissen vor allem aus den Bereichen Stadtentwicklung und IT mit und sind während des Hackathons fachliche Ansprechpartner für die Teams.

Eine Experten-Jury entscheidet darüber, welche Teams mit ihren beim Hackathon entstandenen Entwicklungen am besten abschneiden. Entscheidend sind der Innovationsgrad des Projektes, seine kommerzielle Verwertbarkeit und Nachhaltigkeit sowie der Nutzen für Münster. Die drei besten Teams erhalten Geldpreise von jeweils 1.000, 500 und 250 Euro. Für die Teams bietet sich die Möglichkeit, etwas zur Stadt beizutragen, ihre Fähigkeiten auf die Probe zu stellen und vor allem die Tech-Szene um sich herum kennenzulernen.

Die Abschlussveranstaltung steckt auch Bürger und Bürgerinnen der Stadt mit ihrer Kreativität an: Die Münsteraner sind eingeladen, den Team-Pitches zu lauschen und sich im Anschluss beim Get-together über die digitale Stadtentwicklung auszutauschen.

Ergebnisse

Bisher fand der Münsterhack zwei Mal statt. Daraus sind bereits zahlreiche Ideen und Lösungen hervorgegangen: unter anderem die Apps für Masematten-Sprachunterricht, das Leihfahrradsystem Leihleeze und der Bussistent zur Echtzeit-Vorhersage von Busfahrzeiten.

Die so gewonnenen Ideen werden teilweise heute noch weiterentwickelt und genutzt. So zum Beispiel auch das Familiendashboard „MEIN-MS.DE“, das sich im Münsterhack 2017 besonders hervorgetan hat. Auf dieser Online-Seite können Geodaten abgerufen werden, die für Familien interessant sind: Adressen von Toiletten, Spielplätzen, Schulen, kinderfreundlichen Museen, Standesämtern, Baustellen, Mittagstischen oder Stillplätzen können auf der Karte abgefragt werden. Sie lässt sich auch sehr gut als mobiler Lotse nutzen.

Projektlaufzeit

Seit 2017


Der Beitrag ist erstmals erschienen im Buch „#landleben – Digital leben auf dem Land“. Sie können es hier als PDF herunterladen.